Die Wahl der passenden Handy-Geschwindigkeit

Handy-Geschwindigkeit

Welche Handy-Geschwindigkeit brauchen wir wofür?

Wenn wir uns heute bei einem Mobilfunkanbieter beraten lassen, dann zeigt sich schnell die erste Verwirrung bei der Handy-Geschwindigkeit, denn die verschiedenen Maximal-Geschwindigkeiten sorgen dafür, dass uns der Kopf brummt. Doch wie viel Handy-Geschwindigkeit brauchen wir überhaupt? Bei der Telekom gibt es das mobile Internet bereits mit einer Geschwindigkeit von immerhin bis zu 300 Mbit/s. Wer denkt, dass dies noch zu wenig ist, der kann sich an Vodafone wenden. Hier liegt die höchste Geschwindigkeit bei bis zu 375 Mbit/s. Sogar bei O2 wurde inzwischen die Geschwindigkeit angepasst. Mit 225 Mbit/s ist sie zwar im Vergleich zur Konkurrenz zwar geringer, aber durchaus ausreichend. Dabei ist wichtig zu wissen, dass diese Höchstgeschwindigkeiten eigentlich kaum erreicht werden. Tatsächlich sind sie in erster Linie ein Argument, mit dem die Kunden überzeugt werden sollen. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn schon deutlich geringere Handy-Geschwindigkeiten reichen aus, damit wir in aller Ruhe surfen können.

Wie schnell sollte meine Handy-Geschwindigkeit sein?

Damit wir eine Entscheidung darüber treffen können, welche Geschwindigkeiten wir auf dem Handy wirklich brauchen, haben wir einmal zusammengefasst, was mit welchen Geschwindigkeiten überhaupt möglich ist.

Die wohl kleinste Drosselung liegt bei 2 Kbit/s. Hier kann man sich fast schon die Frage stellen, ob es sich dann überhaupt noch lohnt, zu surfen. Das ist wohl eher nicht der Fall. Solch eine Drosselung gibt es bisher beispielsweise bei einigen Anbietern, wenn sich die Kunden im Ausland befinden und das dort gekaufte Datenvolumen nicht mehr ausreicht. Mit dieser Menge lässt sich das mobile Internet so gut wie gar nicht mehr nutzen.

Wenn das gebuchte Datenvolumen aufgebraucht ist, egal ob im In- oder Ausland, dann drosseln die meisten Anbieter eher auf eine Geschwindigkeit von 16 Kbit/s bis hin zu 64 Kbit/s. Wir müssen sagen, dass es hier durchaus einiges an Geduld braucht, um überhaupt das Internet nutzen zu können. Wenn man das Glück hat, dass der Anbieter „nur“ auf 64 Kbit/s drosselt, dann ist die Geschwindigkeit mit dem früheren Surfen am Computer vergleichbar, als es noch Modems gab, mit denen über ISDN das Netz angewählt wurde. Schon das Aufrufen einer Seite im Internet nimmt mehr als eine Minute in Anspruch. Wer mit dieser Geschwindigkeit eine Nachricht über WhatsApp versende möchte, der braucht vor allem sehr viel Geduld. Vor allem dann, wenn diese Nachrichten noch ein Foto enthalten.

Noch schwieriger ist es bei 32 Kbit/s. Viele Internet-Seiten lassen sich bei dieser Geschwindigkeit gar nicht mehr laden, über WhatsApp können nur noch Text-Nachrichten, aber keine Bilder mehr, versendet werden.

Bei 16 Kbit/s lohnt es sich gar nicht mehr, überhaupt das mobile Internet zu nutzen. Hier können wir es uns eigentlich sparen, das Handy überhaupt anzumachen, wenn das mobile Internet zum Einsatz kommen soll.

Mit 1 Mbit/s noch entspannt surfen – mit 1 Mbit/s durchstarten

Handy-Geschwindigkeit Whatsapp

Handy-Geschwindigkeit Whatsapp: 1Mbit/s reicht

Bei O2 gibt es die sogenannte sanfte Drosselung. Hierbei handelt es sich um eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 2 Mbit/s. Damit können wir eigentlich gut leben, denn viele der Anwendungen lassen sich mit dieser Geschwindigkeit nutzen. Selbst Videos, die keine so hohe Qualität haben, können mit der Geschwindigkeit noch angesehen werden. Wenn es doch etwas schneller gehen soll, dann ist eine Geschwindigkeit von 7 Mbit/s zu empfehlen. Damit ist es möglich, eigentlich alle normalen Anwendungen, die mit dem Smartphone genutzt werden, zu verwenden. Dies beinhaltet die Nutzung von WhatsApp ebenso wie das Surfen im Netz oder einfach eine kleine Video-Session mit Filmen, die sogar eine HD-Qualität aufweisen. Das reicht für die meisten Nutzer aus.

Dies gilt allerdings nur für die Nutzer, die nicht das Bedürfnis haben, sehr große Mengen an Daten aus dem mobilen Internet auf das Smartphone zu laden. In diesem Fall ist es empfehlenswert, eine höhere Geschwindigkeit zu buchen. Dieses Problem lässt sich aber beispielweise umgehen, indem für den Download das WLAN verwendet wird. Denn selbst dann, wenn eine hohe Geschwindigkeit vorhanden ist, wird diese sehr schnell gedrosselt, wenn mit dem Smartphone hohe Datenmengen heruntergeladen werden. Dann hat die hohe Geschwindigkeit auch nur noch wenig Sinn.

Mit 21 bis 50 Mbit/s im mobilen Internet surfen

Gerade dann, wenn über das Smartphone oder auch über das Tablet möglichst häufig und viel Filme oder andere Produkte mit großen Datenmengen heruntergeladen werden sollen, ist es hilfreich, eine hohe Geschwindigkeit zu haben, die bei 21 Mbit/s Datenübertragsungsrate beginnt. Auch hier ist jedoch zu bedenken, dass diese Geschwindigkeiten gedrosselt werden, wenn die im Vertrag festgehaltene Menge ausgeschöpft ist.

Eine Alternative bieten die Unternehmen mit Geschwindigkeiten von 225 Mbit/s. Man könnte tatsächlich innerhalb einer sehr kurzen Zeit hohe Datenmengen herunterladen. Die Betonung liegt auf „könnte“, denn immerhin ist es wirklich nur sehr selten der Fall, dass die Datenmenge auch erreicht wird. Daher zahlen wir an dieser Stelle für eine Geschwindigkeit, von der meist gar nicht profitiert werden kann. Das ist ganz besonders ärgerlich und bei der Nutzung der Geschwindigkeit mit dem Smartphone ist so ein hoher Wert auch gar nicht notwendig. Wer wissen möchte, wie hoch die Bandbreite bei dem eigenen Vertrag wirklich ist, der kann online einen Speedtest nutzen. Manchmal kann es sich lohnen, dies dann auch beim Anbieter zu reklamieren.

Interessant ist dabei natürlich zu wissen, warum genau es eigentlich so gut wie gar nicht möglich ist, diese hohen Geschwindigkeiten auch zu erreichen. Natürlich gibt es Momente von 200 Mbit/s zur Verfügung stehen. Allerdings ist das eher die Ausnahme. Wenn überhaupt dann werden diese Geschwindigkeiten von den Mobilfunk-Riesen, wie Vodafone oder von der Telekom geboten. Aber das funktioniert nur dann, wenn auch optimale Bedingungen vorhanden sind. Zu diesen Bedingungen gehört beispielweise, dass ein sehr gutes LTE-Netz vorhanden ist und so der Datentransfer überhaupt sicher erfolgen kann.

Zudem ist es nicht gerade hilfreich, wenn innerhalb der Mobilfunk-Zelle zahlreiche Nutzer selbst online sind. Optimal ist es, wenn sich nur ein Nutzer in einer Zelle bewegt. Auch das Smartphone muss in der Lage sein, diese Geschwindigkeit überhaupt bieten zu können. Nur wenn dies alles zusammenspielt, werden die hohen Geschwindigkeiten auch erreicht. Für Geschwindigkeiten von bis zu 375 Mbit/s sind sogar die meisten Netze in den Ortschaften und Städten gar nicht ausgelegt.

Das hängt damit zusammen, dass die Bandbreite von zahlreichen Nutzern verwendet wird. Das gilt übrigens nicht nur für das LTE-Netz, sondern auch für die 3G-Variante. Meistens bewegen sich die durchschnittlichen Geschwindigkeiten daher eher bei 10 Mbit/s.

Die Problematik mit dem Smartphone

Wir haben es schon kurz angerissen – auch das Smartphone hat einen Einfluss darauf, ob die Geschwindigkeiten erreicht werden können. Inzwischen gibt es einige aktuelle Modelle, die durchaus in der Lage sind, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Das ist aber noch immer eher die Ausnahme als die Regel. Wer ein Modell von vor einigen Jahren besitzt, der kann sich lediglich über recht langsame Geschwindigkeiten freuen. Daher ist es wichtig bei der Auswahl des Smartphones darauf zu schauen, ob es überhaupt auf die Unterstützung von einem LTE-Standard ausgelegt ist. Neue Geräte wie z.B. von Samsung oder Apple ermöglichen Geschwindigkeiten im dreistelligen Mbit-Bereich.

Ist LTE notwendig?

LTE Handy-Geschwindigkeit

Brauchen wir LTE für eine schnelle Handy-Geschwindigkeit?

Hier möchten wir kurz näher auf die Frage eingehen, warum der LTE-Standard eine so große Rolle spielt. Grundsätzlich bringt LTE einige Vorteile mit sich, denn es sorgt für eine besonders schnelle Reaktionszeit und auch eine deutlich größere Abdeckung der Netze. Damit haben wir den Vorteil, innerhalb von unserem Netz schneller mobil surfen zu können. Was viele Nutzer gar nicht wissen: Wer sich häufig im ländlichen Bereich aufhält und hier schnelles Internet haben möchte, der sollte LTE nutzen. Denn meist gibt es nicht einmal einen 3G-Standard, dafür aber eine recht gute Abdeckung mit LTE. Auch ein Blick auf den eigenen Tarif kann sich also lohnen, ob es sich um einen LTE-Vertrag handelt.

LTE hat noch den Vorteil, dass die Reaktionsgeschwindigkeit sehr hoch ist. Damit muss man sich nicht mehr gedulden, wenn man eine Webseite aufrufen möchte. Ob LTE nun unbedingt notwendig ist, hängt in erster Linie davon ab, wie gut das 3G-Netz im eigenen Wohngebiet ist. Wenn dieses sehr solide angeboten wird, dann kann auf einen LTE-Tarif verzichtet werden.

Was bietet welcher Mobilfunk-Anbieter eigentlich an?

Nun haben wir zumindest erst einmal die Fragen rund um die Geschwindigkeiten beim mobilen Surfen geklärt und es zeigt sich jetzt aber die Problematik, dass viele Nutzer oft gar nicht wissen, was von ihrem Anbieter eigentlich zur Verfügung gestellt wird. Welche Geschwindigkeiten durch das Unternehmen angeboten werden können, ist abhängig davon, ob es die Option auf LTE gibt. Der 4G-Standard ist ein Garant für sehr hohe Handy-Geschwindigkeiten. Wenn der Nutzer nur über 3G ins Internet geht, kann er gar nicht mehr als 42,2 Mbit/s erhalten. Dementsprechend nutzt auch ein Vertrag mit hoher Geschwindigkeit nichts.

Die höchsten Geschwindigkeiten werden, wie wir kurz am Anfang erwähnt haben, durch die Telekom und Vodafone angeboten. Dicht darauf folgt schließlich Telefónica.

Nun gibt es aber auch Kunden, die sich für einen nicht ganz so großen Anbieter entscheiden. Es gibt viele kleine Provider, wie beispielsweise Congstar oder auch Klarmobil. Wer hier hohe Geschwindigkeiten sucht, der wird eher enttäuscht. Grund dafür ist, dass die Provider für Ihre Nutzer zwar Tarife in den Netzen von Vodafone oder der Telekom haben. Der Zugriff auf das 4G-Netz ist jedoch nicht vorhanden.

Anders sieht es bei Drillisch aus. Der Anbieter verkauft seine Tarife unter anderem über Smartmobil oder auch die DeutschlandSim und hat durchaus Angebote, bei denen Geschwindigkeiten von bis zu 225 Mbit/s enthalten sind.

Ein wenig abheben kann sich der Anbieter O2 von der Masse, denn dieser hat inzwischen die Free-Tarife im Angebot. Diese enthalten eine Allnet-Flatrate. Wenn das Inklusivolumen ausgeschöpft ist, dann erfolgt eine Drosselung auf 1 Mbit/s und dies reicht bekanntlich noch immer aus, um alle Dienste soweit zu nutzen.

Hohe Geschwindigkeit ist nicht immer notwendig

Diese Auflistung und Darstellung der Geschwindigkeiten macht deutlich, dass es keine hohen Mengen im dreistelligen Bereich sein müssen. Für das Smartphone reicht es bereits aus, 7 Mbit/s zur Verfügung zu haben. Die Werbung der Anbieter ist also nicht mehr als der Versuch, die Nutzer auf ihre Angebote aufmerksam zu machen und fast schon mit etwas zu locken, das so gar nicht zur Verfügung gestellt werden kann.

Wer sich also auf die Suche nach einem neuen Handytarif macht, der sollte dabei nicht nur auf darauf schauen, wie schnell das Internet ist, sondern welche Kosten der Tarif mit sich bringt und was für weitere Leistungen hier enthalten sind.

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